Seite auswählen

Herzlichem Dank zu aller erst an Stephan Stockhausen für die Initiative zur Blogparade mit diesem spannenden Thema und natürlich auch für seine Einladung daran teilzunehmen. Das hat mich sehr gefreut, um nicht zu sagen emotionalisiert!

Hier gehts zur Parade:http://www.manufaktur-wachstum.de/artikel/blogparade-emotion-schafft-mehr-wert

Und hier unser Beitrag:

Also wenn das nichts wert ist……..

Eigentlich ist es bei näherer Betrachtung ja eine ziemlich absurde Frage, ob Emotion mehr Wert schafft. Aber ich erlebe es immer noch auf allen Ebenen des Wirtschaftens – und nicht nur dort, dass Gefühle und Emotionen als störend oder unprofessionell betrachtet werden, auch wenn die Rufe nach Sinn und die Sehnsucht nach Erfüllung immer lauter werden.

Professionalität ist oft noch gleichbedeutend mit rein rational und sachlich vernünftig und so lassen wir reflexartig unsere Gefühle aussen vor, wenn wir im Arbeitsmodus sind. Der Preis, den wir individuell und als Gesellschaft dafür zahlen, ist sehr hoch und dazu kontra-produktiv.

Aus meiner Sicht kann „ganze Arbeit“ nur geleistet und „ganze Ergebnisse“ nur erzielt werden, wo Mensch „ganz Mensch“ sein darf.

Die Tatsache, dass wir meist schon sehr früh antrainiert bekommen, unsere Gefühle zu kontrollieren oder zu unterdrücken, ist gleichzeitig die Geburt eines Gefühls von getrennt sein. Wir trennen uns zuallererst von dem was uns selbst im Kern ausmacht. Wir können uns nicht mehr ganz fühlen und trennen uns von dem Zugang zu unserem tiefsten Fühlen und zu unserer eigenen Tiefe. Durch diese Trennung in und von uns, fühlen wir uns gleichzeitig auch getrennt von den anderen. Auch hier ist es schwer sich wirklich mit Anderen zu verbinden oder sich aufeinander zu beziehen, wenn man innerlich die Verbindung oder den Bezug zu seinem Kern verloren hat. Gleichzeitig hinterlässt dies auch eine Leere oder ein Loch in uns. Damit umzugehen gibt es verschiedene Muster, wie Betäubung, Konsum oder Funktionieren. Was all diese Muster gemeinsam haben, ist, dass sie uns noch weiter von uns und unseren wahren Gefühlen entfernen und mehr in eine gedachte Welt von Pseudo-Gefühlen bringen, in der wir uns dann oftmals irgendwie falsch fühlen und doch gleichzeitig abhängig. Gefangen im Kopf und gefangen in einem Leben, das wir so nicht wirklich wollten, auch wenn wir uns dies nicht so leicht eingestehen wollen.

Gehen wir als so „getrennte Menschen“ in die Arbeit, so können wir uns auch nicht hier nicht wirklich sinnvoll auf unser Arbeiten beziehen, da auch die Systeme in denen wir Arbeiten nicht auf „Ganz Mensch“ ausgerichtet sind. Es werden Leistung und Ergebisse verlangt, und wir müssen viel Energie in Arbeit investieren, ohne dass sie uns im Innersten nährt oder berührt. Kein Wunder, dass mehr und mehr Menschen ausbrennen und sich so viele allem voran wieder nach Sinn und Erfüllung sehnen.

Sinn und Erfüllung sind aber sehr individuell. Sinn kann nicht von aussen vorgegeben werden. Unseren Sinn müssen wir selbst ent-decken und ein für uns sinnvolles Leben selbst er-schaffen. Und für beides müssen wir uns wieder in unsere eigene Tiefe vortasten und uns, uns selbst fühlend, wieder ganz werden lassen.

Ist dies möglich?  Ein ganz klares JA!

Es gibt Wege sich wieder mit seinem Wesenskern zu verbinden. Es gibt Wege sich nach und nach wieder ganz zu fühlen. Es gibt Wege sich aus seinem Denk-Gefängnis fühlend zu befreien und sich bewusst zu werden, was und wie man wirklich wirklich leben will. Es gibt Wege, wie man seinen Lebens-Sinn wieder entdecken kann und sich so ein zu tiefst sinnvolles Leben erschaffen und gestalten. Ist das einfach? Ja! Ist das leicht? Nein. Es bedarf, besonders am Anfang, viel Mut. Mut sich selbst wieder zu entdecken. Seine eigene Einzigartigkeit zu entfalten und los zu lassen, womit man so lange indentifiziert war. Mut seinen Mit-Menschen wirklich zu begegnen. Aber jeder Schritt auf diesem Weg ist so lohnenswert. Jeder Schritt schafft mehr Wert für unser Leben und die Leben um uns. Und wenn ich ein Leben führe, in dem meine Arbeit und mein Tun mein ganzes Wesen berühren und ausdrücken, dann nährt dieses Arbeiten. Und mit Sicherheit entstehen durch ein solches Arbeiten, das den ganzen Menschen miteinbezieht ganz andere Ergebnisse, die sich vorallem durch Ihre Qualität auszeichnen und durch Individualität und nicht durch Masse, Mainstream und Konformismus. Auch können Teams aus „Ganz Menschen“ sich in ganz andere Ebenen des Zusammenwirkens vorwagen. Und vielleicht muss wahre Innovation sogar allem voran gefühlt werden?

Also wenn das nichts wert ist!!